Bezirksverband Augsburg
im Diözesanverband Augsburg

Worte des Präses

 

 

 

 

 

Mit Gott Mittagessen

 

 

Ein kleiner Junge wollte Gott treffen.
Er packte einige Coladosen und Schokoriegel in seinen Rucksack
und machte sich auf den Weg. In einem Park sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute.

Der Junge setzte sich zu ihr und öffnete seinen Rucksack. Als er eine Cola herausholen wollte, sah er den hungrigen Blick der Frau. Er nahm einen Schokoriegel heraus und gab ihn der Frau. Dankbar lächelte sie ihn an – ein wundervolles Lächeln!

Um dieses Lächeln noch einmal zu sehen, bot ihr der Junge auch eine Cola an. Sie nahm sie und lächelte wieder, noch strahlender als zuvor. So saßen die beiden den ganzen Nachmittag im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola, ohne auch nur ein Wort zu sprechen.

Als es dunkel wurde, wollte der Junge nach Hause gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne, ging zurück und umarmte die Frau. Die schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause fragte ihn seine Mutter: "Was hast Du denn heute Schönes gemacht, dass Du so fröhlich aussiehst?" Der Junge antwortete: "Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!"

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn sie fragte, warum sie so fröhlich aussehe. Sie antwortete: "Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich dachte!"

 

Jeder von uns hat seine Vorstellung von Gott. Ein sog. Gottesbild. Gottesbilder sind Bilder, die in der Seele verwurzelt sind. Sie wurden gemalt von anderen, etwa dem eigenen Vater, der Mutter, den Großeltern. Oder durch eigene Erfahrungen. Diese Gottesbilder beeinflussen unser Leben zutiefst. Diese Bilder können ganz unterschiedlich aussehen: ein Gott, der eher strenge, strafende, erzieherische, maßregelnde Züge trägt, stark dominant und in gewisser Weise gnadenlos und verurteilend. Oder ein sehr stark leistungsorientierter Gott, der den Menschen nur dann wirklich liebt, wenn er sich anstrengt, wenn er bestimmte Bedingungen erfüllt. Oder ein Gott, der durch Zurückgezogenheit, Abgeschiedenheit, Abwesenheit glänzt, sich also nicht wirklich für die Dinge meines Lebens zu interessieren scheint. Je nachdem, welches Bild wir von Gott haben, wird es unser Reden, Denken, Handeln beeinflussen. Zum Beispiel, was ich von anderen erwarte, was ich mir selber zutraue, wie ich eine Beziehung gestalte usw.

Als ob es Gott in einem Augenblick der Geschichte nicht mehr gefallen hat, wie die Menschen über ihn denken, hört sich ein Wort Gottes aus dem Propheten Jesaja an. Dort sagt Gott „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ 

Es scheint Gott wichtig zu sein, dass wir richtig über ihn denken! Wie aber kann man richtig über Gott denken, wenn doch jeder seine Prägungen hat, z. B. durch das Elternhaus, wenn doch jeder seine Erfahrungen hat, z. B. durch schwere Not- oder Leidenszeiten hindurch. Martin Luther schreibt im großen Katechismus: „Wir können nimmermehr dazu kommen, des Vaters Huld und Gnad zu erkennen, ohne durch den Herrn Jesus Christus. Er ist ein Spiegel des väterlichen Herzens Gottes.“ Er sagt uns damit: In Jesus Christus begegnet uns Gott selbst. Im irdischen, menschlichen Leben Jesu begegnet uns Gott persönlich, so wie er ist, so wie er denkt, so wie er in Wahrheit handelt. 

In diesem Sinne:

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine schönes Osterfest.

"Ein fröhliches Osterfest"
Ostern ist das älteste und höchste christliche Fest. Es wird seit der Zeit der Apostel, also schon 2019 Jahre gefeiert. So wichtig war den Christen immer die Botschaft: Jesus ist nicht im Tode geblieben, Gott hat ihm neues Leben geschenkt. Es ist das Fest der Auferstehung Jesu, die grosse Freudenfeier

Ludwig Drexel

 

Quelle: www.stunde-des-hoechsten.de

Mittagessen mit Gott, hier finden Sie ein Hörbuch zur Geschichte: